Backen mit der Kraft der Sonne!

Zusammenfassung: 

Für dieses Projekt wagten wir uns an einen Ort in Bielefeld mit besonderer Energie – das AJZ. Dort gibt es nicht nur jede Menge Punkkultur, sondern auch eine hervorragend ausgestattete Holzwerkstatt, in der Outsider herzlich willkommen sind.

 

Die Konstruktion dieses Solar-Boxkochers haben wir nicht selbst entwickelt, sondern eine 45 Seiten lange Anleitung der Solarkocher Baugruppe des Kollektivs solarenergie.com bekommen mit einer langen Teile-Einkaufsliste. Wir hatten das Glück, fast das gesamte Material (Holz, Glas, Alublech) von unserem Recyclingmaterial-Sammler zu bekommen, und konnten deswegen unser erstes Modell für nur 40 Euro bauen. Wenn wir uns nicht für einen lebensmittelverträglichen Super-Öko-Solarlack für den Innenraum entschieden hätten, hätten sogar 15 Euro gereicht.

 

Wir müssen ehrlich zugeben, dass der Bau dieses Boxkochers eine handwerkliche Glanzleistung ist, nicht zu vergleichen mit dem 1€-Solarkocher, den wir an einem Nachmittag fertig hatten. Er erfordert das Verstehen welche Faktoren die Hitze erzeugen, eine gute Planung, präzises Zusägen und Hobeln, die Traute Glas zu schneiden und Aluminiumblech zu falten. Wenn man dann die 150 Nägel und Schrauben noch gerade reinbekommt, sieht das Ganze auch noch gut aus.

Als erstes mussten die Flächen für das Gehäuse gesägt und gefühlte 40 Leisten mit unterschiedlichen Maßen zugesägt und sortiert werden.

 

Für den Deckel werden zwei zugeschnittene Glasscheiben in einen Rahmen eingefasst. Da das Recyclingglas, das wir bekommen konnten, dicker war als in der Anleitung, wurde der Deckel ziemlich schwer. Insofern bekommt man beim Tragen des Boxkochers nebenbei ein nicht zu verachtendes Muskeltraining.

 

Dann wird das Gehäuse mit Hilfe der Leisten zusammengesetzt. Da die Konstruktion in der Anleitung ziemlich durchdacht und komplex ist, war uns durch Lesen allein nicht ganz klar, warum welche Ecken wie abgesägt werden sollten. Da hilft es, wenn Praktiker eine Runde diskutieren und sich dann einfach für einen Weg entscheiden. Eine Leiste blieb dann halt übrig…

 

 

Das sieht schon eher nach einem Ofen aus. Über den Dämmstoff in diesem Kasten haben wir auch lange gegrübelt. Typischerweise gibt es in unserer Gruppe eine Pragmatiker-Fraktion, die das übliche, erstbeste (Steinwolle, Glaswolle) nehmen will, und eine Öko-Fraktion, die lieber zum Öko-Baumarkt läuft und für nachhaltige Materialentwicklungen eine Menge Geld auf den Tisch legt. Die Lösung fand sich in einem Rest Ökodämmstoff, der noch auf dem Dachboden einer unserer Aktiven rumlag - geschenkt. Glück braucht der Mensch!

 

 

Alufolie kleben können wir ja noch vom 1€-Solarkocher. Das ist der Reflektor, der oberhalb des Deckels mit der Doppelverglasung mit Scharnieren angebracht und mit Abstandhalter aufgespannt wird.

 

Laut Anleitung kann man mit diesem Ofen 170 Grad erreichen, wir haben bisher aber nur 120 Grad geschafft. Zum Backen reicht das noch nicht. Genau wie beim 1€-Solarkocher heisst es auch hier für uns: weiterbasteln und optimieren…


Diesen Artikel weiterempfehlen
Share

Kommentare

"0-Energie-Backofen"

diesen Beitrag halte ich besonders gut gelungen, da er recht detailiert - auch nicht zu lang - beschrieben ist, als auch die Bilder in unterschiedlicher Umgebung aussagekräftig darstellen, um was es geht.

Hallo ihr Kreativen, toller Artikel !

Habt ihr mitlerweile die 120 Grad Grenze geknackt ?

Gruss aus der Senne

www.moeller-innenausbau.de

Einen Kommentar hinterlassen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht angezeigt.