Dauerhaft fruchtbare Böden und die Lösung für das Weltklima?

Zusammenfassung: 
Terra Preta ist Schwarze Erde. Die in Brasilien entdeckten Terra-Preta-Böden sind über 2000 Jahre alt und haben bis heute nichts von ihrer Fruchtbarkeit verloren. Wesentlicher klimarelevanter Bestandteil von Terra Preta ist Holzkohle. Durch sie wird der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen, der dauerhaft im Boden eingelagert wird.

Aus einer Mischung menschlicher, tierischer und pflanzlicher Abfälle, die teils verkohlt, teils kompostiert waren, hat sich in den Regenwäldern des Amazonas im Laufe mehrerer Jahrzehnte eine mächtige schwarze Bodenschicht entwickelt. Diese Böden finden sich in "Flecken" von meist 1 - 20 ha, vor allem entlang der großen Flusssysteme Brasiliens, z.B. des Rio Negro oder des Amazonas. Im Gegensatz zu den typischen Oxisol-Böden sind sie sehr fruchtbar, nährstoff- und humusreich, weisen höhere pH-Werte sowie eine verbesserte Wasserspeicherfähigkeit (Wasserkapazität) auf und ermöglichen mehrere Ernten im Jahr ohne Düngung.

Außer in Amazonien hat man diese Böden in Skandinavien (Wikinger), im Rheinland und auch in China entdeckt. Ihre Zusammensetzung ist erforscht und kann heutzutage „nachgebaut“ werden.

Die nachgebaute Terra Preta ist eine Mischung mit den Hauptbestandteilen Kompost und Holzkohle, die aus karbonisierten Biomasseabfällen besteht. Grünschnitt, Rinde, Holz, Nadeln, Laub, Biotonne, Getreideabfälle, Stroh, Rapspresskuchen, Rübenschnitzel, Traubentrester, Olivenkerne, Nussschalen, Klärschlamm, Gärreste, Rechengut, Kaffeepulver, Kompost, Miscanthus, Silphium, Maissilage – alles ist für die Herstellung der Holzkohle verwendbar.

Es ist die Einlagerung der Holzkohle, die wesentlichen Anteil an der Qualität von Terra Preta hat. Sie ist für den Lebensraum von Mikroorganismen und für die Speicherung von Wasser enorm wichtig. Und das ist, nebenbei: prima fürs Klima. Denn durch das Einbringen der karbonisierten Biomasseabfälle ("Biochar") in landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Böden kann ein signifikanter Beitrag zur aktiven Rückführung des Kohlendioxids aus der Atmosphäre geleistet werden. Denn im Gegensatz zu Verbrennungs- oder Verrottungsprozessen, bei denen ein Großteil des CO2 wieder an die Atmosphäre abgegeben wird, ermöglicht die Produktion von Holzkohle durch Pyrolyse (Karbonisierung) aus biogenen Rest- und Abfallstoffen eine Konzentration des Kohlenstoffs, der durch die Rückführung in den Boden der Atmosphäre dauerhaft entzogen wird.

Interessant ist Terra Preta für den Einsatz im Gartenbau, in der Landwirtschaft und für private Kleingärtner.

Im 1. ostwestfälischen Workshop zum Thema "Terra Preta", am 1. April 2011, sollen die Chancen, Verfahrensweisen und Einsatzmöglichkeiten von Terra Preta vorgestellt und diskutiert werden.

Weiterführende Links:
Artikel "Schechte Böden mit Holzkohle aufwerten" (PDF) aus Flur und Furche von Rainer Maché
www.das-gold-der-erde.de
www.ithaka-journal.net
www.biochar-international.org


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