Erste Fortschritte beim Lehmbackofen 1.0

Zusammenfassung: 

Große Hilfe war nötig, große Hilfe wurde geleistet zum ersten Meilenstein für unser Lehmbackofen-Projekt von Transition Town Bielefeld. Plötzlich war‘n sie da: Literatur, MithelferInnen, erfahrene LehmofenbauerInnen und großherzige Materialspender. Rat und Tat lassen den Bau unseres Lehmbackofens 1.0 im Permakulturgarten an der Bleichstraße jetzt schon fast unvermeidbar werden. Doch chronologisch eins nach dem anderen, damit nix vergessen wird und alle informiert sind…

Wo soll der Ofen stehen?

Den Standort haben wir am Sa., den 11.08. während der Ernte-Arbeiten und dem Besuch einer portugiesischen Delegation festgelegt:
Wenn man reinkommt hinten links zwischen Latten-Material-Tippi und dem dahinterliegenden Zaun. Weil jetzt der Bretterhaufen umgestapelt wurde, kann der Lehmofen noch weiter an die hintere Grenze gebaut werden.

Wer hat schon Erfahrungen im Lehmofenbau?

Am Mo., den 13.08. haben wir den Backofen im  Naturpädagogischen Zentrum NPZ Schelphof besichtigt. Die Gärten des NPZ liegen beim Biohof, gleich hinter dem Bauerngarten, den wir mit Udo auf der Radtour „Bielefeld hintenrum 2.0 – auf kleinen Wegen durch die Stadt“ besucht haben. Anne Wehmeier begleitet von Praktikantin Dorothee (vonTTBi) gab wertvolle Ratschläge und Tipps aus 8 Jahren Lehmbackofen-Praxis. Der NPZ-Ofen wird „Flossenschwein“ genannt – Design halb Fisch, halb Schwein, ein Handmühlstein dient als Ofentür, der Kamin wurde nachträglich angebracht. „Pizza, Brötchen und Fladenbrot geht immer, aber auch ein Braten ist schon gelungen“. Besichtigung des Geländes und des Backofens nach Anmeldung sowie das Programm bei www.npzschelphof.de

Ganz herzlichen Dank!

Am Di., den 14.08. ging`s gleich weiter im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen. Jutta Deitermann, erinnerte sich noch gut daran, als eines Tages 120 Leute von Transition Town zum Reskilling eingefallen waren. Doch diesmal ging’s ganz konzentriert um die immerhin 6 verschiedenen Lehmöfen zum Schmelzen, Verhütten, Keramik Brennen, Räuchern, Braten und Backen. Der Backofen ebenerdig, ohne Kamin mit einer Eichenbohle als Ofentür ist laufend in Betrieb, wenn Kindergruppen das Leben früherer Zeiten kennen lernen wollen. Feuerungsmaterial, von kleinen Ästen, Buchenscheiten bis Holzkohle, wenn`s besonders heiß werden soll. Ganz herzlichen Dank für die vielen Anregungen und Ideen. Für alle die wieder reinschauen wollen: www.afm-oerlinghausen.de

Die mitgebrachte Bodenprobe aus dem Garten erwies sich als zu mager, zu sandhaltig. Guter Rat war teuer, doch Jutta Deitermann schlug vor, mal bei den Kollegen vom Ziegelei-Museum anzuklopfen…

Woher das Material kriegen?

Auf der Rückreise nach Bielefeld ging‘s vorbei an einer Sandkuhle mitten im Spargel, doch der Speiskübel sollte noch leer bleiben. Beim LWL-Industriemuseum, Ziegeleimuseum Lage war Museumsleiter Willi Kulke gleich Feuer und Flamme von Transition Town und unserem Lehmbackofen-Projekt. „Nehmt Lehm nur so viel ihr tragen könnt, den brauchen wir gleich für die Kinder, denn die wollen hier beim Ziegelstreichen richtig zupacken und wissen was harte Arbeit ist“. Auf dem Gelände steht neuerdings auch ein großer Gemeinschafts-Lehmbackofen – Sockel natürlich aus Ziegelstein.

Beim Lehm-Mauken in der Mauke-Kuhle (s.o.)

Den Speiskübel haben wir nur halb voll gekriegt, dann waren drei Zentner drin. Handgeformte Backsteine und Ziegelrohlinge so viel bis die Federn anschlugen. Ganz herzlichen Dank für die Materialspende an Herrn Kulke und Frau Koch, die uns begleitete und mithalf. Für Kinder und Jung-gebliebene ein unvergesslicher Tag: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/portal/S/lage/ort/

Und wie kriegt man das Material in den Garten?

Kaum angekommen, hat Uwe Domres, der gerade Winterspinat- und Postelein-Samen aus dem Permakulturgarten in Schlossholte-Stukenbrock gebracht hatte, gleich beim Ausladen mitgeholfen.

Die Ziegelrohlinge sollten für den Feuerboden locker reichen. Für den Sockel brauchen wir Bruchsteine, Pflastersteine, Abbruchziegel. Noch mehr Lehm für die Kuppel – vielleicht von einer Baustelle. Hat jemand eine Ofentür aus Eisen? Wer besorgt einen grobmaschigen Jutesack zum Armieren?  Sand als Unterkonstruktion für den Kuppelbau wollen wir vorher aus dem Sandkasten holen und danach wieder zurückbringen. Aber Steine für den Sockel brauchen wir ganz viele! Darum: Pick a Brick! Wenn jeder, der zum Garten geht, einen großen Stein mitbringt, sollte der Sockel so hoch werden, dass man die Brote im Stehen einschieben kann. Vielleicht hat jemand Kontakt zum Betriebshof der Stadt – dort lagern alte Pflastersteine…

Schön wäre es, wenn wir am nächsten Samstag, den 18.08. schon den Sockel aufbauen können. Bis dahin… 

So soll es weitergehen...

Immer zum offenen Gartentreff am Samstag ab 14.00 Uhr im Permakulturgarten an der Bleichstraße 185.

Eine Wegbeschreibung zum Garten - bitte Klicken!

  • • Sa., den 18. August, ab 14.00 Uhr im Permakulturgarten - Materialbeschaffung, evtl. Streifen-Fundament erstellen.
  • • Do., den 25. August, ab 15.00 Uhr in Deine Eisb@r (Ritterstraße, Altstadt) - Externer Aktionstag: Lehm als natürliches Baumaterial - s. http://www.ttbielefeld.de/content/aktionstag-lehm-als-natu%CC%88rliches-baumaterial
  • • Sa., den 25. August, ab 14.00 Uhr im Permakulturgarten - zusammen mit den Garten-Kindern Bau der Lehmkuppel.
  • • Sa., den 01. September, ab 14.00 Uhr im Permakulturgarten - Bau eines stabilen Wetterschutzes
  • • Sa., den 28. September, ab 14.00 Uhr im Permakulturgarten - Erstes Anfeuern und Fladenbrot & Pizza-Backen.

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Kommentare

Ton am Kesselbrink

Gegenüber der Reste-Truhe am Kesselbrink Friedrich-Ebert-Straße Ecke August-Bebel-Straße findet man auf der Baustelle in den Schutthaufen vom Bodenaushub feinste Tonknollen und Bruchsteine. Wer am Samstag 18.08. mit Material beschaffen will, bitte Sicherheitkleidung: Warnweste, Tropenhelm, Sicherheitsschuhe mitbringen und dem Bauleiter Bescheid sagen, was man vorhat. Speisküben und Sammel-Eimer im Garten.
Der Ton sollte auch jedeN KeramikerIn glücklich machen, er ist Bröckel-hart und muss natürlich gewaschen werden (siehe Einfälle statt Abfälle).
Viele Grüße
Reinhold

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